Workshop III: Zusammenarbeit von Sportvereinen und Ganztagsschulen in regionalen Bildungslandschaften/-netzwerken

Inhaltliche und organisatorische Koordination: Humboldt-Universität zu Berlin, Abteilung Sportsoziologie und Stiftung Mercator

Zielstellung
Der Ausbau von Ganztagsschulen ist im vergangenen Jahrzehnt schnell vorangeschritten, so dass bald die Hälfte aller Schulen in der Bundesrepublik über ein Ganztagsangebot verfügt. Wichtiger Kooperationspartner der Ganztagsschulen sind Sportvereine. Diese erweitern mit verschiedenen Bewegungsangeboten maßgeblich das schulische Angebot. Allerdings wurde bislang noch nicht bilanziert, welche Bildungspotentiale die Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Ganztag bietet, wie diese gezielt genutzt werden können und mit welchen Herausforderungen schulische und sportliche Akteure im Rahmen dieser Kooperation konfrontiert sind.

Vor diesem Hintergrund zielt der Workshop auf einen praxisorientierten Erfahrungsaustausch ab. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, welche Bildungspotentiale die Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bietet. Versteht sich der organisierte Sport als Bildungsagent und welches Verständnis von Bildung vertritt er? Kann er durch Ganztagsangebote diese Zielgruppe besser erreichen und was bedeutet dies für die interkulturelle Öffnung der Vereine? Wie nehmen Schulen die Sportvereine wahr und welche Herausforderungen sehen sie in der Kooperation? Konkrete Beispiele zeigen, wie sich die Bildungspotentiale realisieren lassen. Dabei wird insbesondere diskutiert, welche zusätzlichen Qualifikationen die Übungsleiter/innen in der Arbeit mit neuen Zielgruppen benötigen und wie die Vereine ihr Verständnis von Bildung in den schulischen Alltag einbringen können. Schließlich wird darauf eingegangen, welche Ressourcen und Strukturen die Politik für eine fruchtbare Zusammenarbeit der Schulen und Vereine bieten muss.

Inputs
Ein kurzer inhaltlicher Input – mit praktischem Bezug zum Ganztagsprojekt „spin – sport interkulturell“ – stellt die Rahmenbedingungen der Kooperation dar und legt die Basis für die weitere Diskussion. Anschließend legen Vertreterinnen und Vertreter des organisierten Sports, der Ganztagsschulen und Politik ihre Erfahrungen dar und diskutieren diese mit dem Publikum, das seinerseits die Möglichkeit erhält, eigene Erfahrungen einzubringen.

Referenten, Podiumsbesetzung, Moderation:

  • Henning Harnisch, Vizepräsident und Leiter Jugendprogramm Alba Berlin
  • Prof. Dr. Werner Schmidt, Prof. für Sportwissenschaft und -pädagogik Universität Duisburg-Essen; Qualifikation Ganztagsmodule, „spin – sport interkulturell“
  • RD Dr. Torsten Geißler, Bundesministerium für Bildung und Forschung 
  • Tobias Dollase, Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend
  • Dagmar Döntgen-Dreissig, Schulleiterin E.O. Plauen-Grundschule, Berlin-Kreuzberg
  • Moderation: Marc Grandmontagne, Stiftung Mercator
  • Input: Jenni Winterhagen, Humboldt-Universität zu Berlin

Biografien

Moderatorin des Workshops: Marc Grandmontagne, Stiftung Mercator

  • Seit Mai 2010 als Programmleiter Kompetenzzentrum Bildung bei der Stiftung Mercator tätig. Davor war er Büroleiter der Geschäftsführung bei der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 GmbH sowie parlamentarischer Mitarbeiter im Europäischen Parlament in Brüssel.
  • Er hat in Deutschland Rechtswissenschaften und in Italien Politikwissenschaften studiert. 2005 hat er die zweite juristische Staatsprüfung in Essen abgelegt.
  • Marc Grandmontagne engagiert sich außerdem ehrenamtlich im Vorstand der Kulturloge Ruhr - einem gemeinnützigen Verein, der nach dem Tafelprinzip arbeitend nicht verkaufte Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen kostenlos an Bedürftige vermittelt.

Referentin: Jenni Winterhagen, Humboldt-Universität zu Berlin

  • Derzeit tätig als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement und am Arbeitsbereich Sportsoziologie der Humboldt-Universität zu Berlin.
  • Mitarbeit in der Evaluation des Projektes „spin-sport interkulturell“, das die Kooperation von Sportvereinen und Ganztagsschulen im Ruhrgebiet fördert.
  • Doktorandin an der Bremen International Graduate School of Social Sciences im Themenbereich Migration und Integration.
  • Arbeitsschwerpunkte: Migration und Integration, Sozialkapital, Kooperation Ganztagsschulen und Sportvereine, Migrantenselbstorganisation und katholische Migrantenseelsorge.

Mitdiskutanten

Tobias Dollase, Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend

  • Derzeit Vorsitzender der Sportjugend Berlin (SJB) und Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend. Beruflich ist Dollase bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur tätig.
  • Weiteres Engagement unter anderem in der Kindergarten-Trägergesellschaft des Berliner Sports (Kinder in Bewegung gGmbG).
  • Die Sportjugend Berlin hat 2004 mit der Berliner Senatsverwaltung eine Rahmenvereinbarung  über die Zusammenarbeit von Schulen und Sportorganisationen im der Ganztagsbetreuung getroffen. Diese legt die Basis für das Förderprogramm der Sportjugend, das Bewegungs- und Sportangebote, Talentsuche und sportorientierte Sonderprojekte von Sportvereinen im Ganztag fördert. Die SJB gibt das Praxishandbuch „Sport macht Schule“ heraus.

Dagmar Döntgen-Dreissig, Schulleiterin E.O. Plauen-Grundschule, Berlin-Kreuzberg

  • Derzeit Schulleiterin an der e.o. plauen-Grundschule in Berlin-Kreuzberg.
  • Seit 1989 – nach dem Referendariat in Düsseldorf und Berlin – Lehrerin an verschiedenen Grundschulen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, unter anderem in Berlin-Neukölln.  
  • Die e.o.plauen- Schule ist eine gebundene Ganztagsschule mit dem Profil Sport, Bewegung und gesunder Ernährung.  Die Schulanfangsphase ist jahrgangsübergreifend organisiert. Seit 2007 nimmt die Schule an dem Landesprogramm Gute gesunde Schule teil. Das Sportangebot an der Schule wird seit einigen Jahren in Kooperation mit dem Berliner Sportverein Seitenwechsel gestaltet.

RD Dr. Torsten Geißler, Bundesministerium für Bildung und Forschung

  • Derzeit Leiter des Referats Perspektiven der Wissensgesellschaft im Bundesministerium für Bildung und Forschung.
  • Geißler ist Ökonom und seit knapp zehn Jahren im BMBF tätig.
  • Seit gut drei Jahren leitet er das Referat Perspektiven der Wissensgesellschaft  das Teil der Strategieabteilung des Ministeriums ist und sich mit übergreifenden Fragen und Themen der Bildungspolitik befasst, etwa dem Deutschen Qualifikationsrahmen oder dem Fachkräftemangel, aber auch der außerschulischen Förderung bildungsbenachteiligter Kinder und Jugendlicher.

Henning Harnisch, Vizepräsident und Leiter Jugendprogramm Alba Berlin

  • Derzeit Vizepräsident und Leiter des Jugendprogramms des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin.
  • Auf eine steile Karriere als Profisportler – Harnisch gewann neun deutsche Meisterschaften und eine Europameisterschaft  – folgte ein Studium der Kultur- und Filmwissenschaften und die Tätigkeit als Sportdirektor des Alba Profi-Teams.
  • Unter der Leitung von Harnisch begann Alba mit Schulen zu kooperieren, um Basketball-AGs anzubieten. Mittlerweile kooperiert Alba dazu auch mit einigen lokalen Basketballvereinen. Heute hat Alba über 90 Partnerschulen in Berlin und Brandenburg, darunter Schulen mit Sportprofil, an denen Alba-Trainer auch im Sportunterricht arbeiten. Insgesamt bewegt das Programm wöchentlich 1.600 Kinder und Jugendliche, gezielt auch in sozialen Brennpunkten. 

Prof. Dr. Werner Schmidt, Prof. für Sportwissenschaft und -pädagogik Universität Duisburg-Essen; Qualifikation Ganztagsmodule, „spin – sport interkulturell“

  • Professur für Sportwissenschaft und Sportpädagogik und Direktor des Instituts für Sport- und Bewegungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen.  
  • Schmidt war einige Jahre als Hauptschullehrer tätig und die Frage nach der Erziehung von Kindern und Jugendlichen hin zum Sport zieht sich durch seine Tätigkeit als Hochschullehrer. Schmidt gab unter anderem den Ersten und Zweiten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht heraus und publizierte den Kindersport-Sozialbericht des Ruhrgebiets und zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den organisierten Sport.
  • Für das Projekt „spin-sport interkulturell“ entwickelte Schmidt Sportmodule, die in Kooperation von Sportvereinen, Sportstudentinnen und Grundschulen im Ganztag durchgeführt werden. Der Fokus auf Sportspiele soll insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund ansprechen und informelle Lernprozesse durch Bewegungsspiele ermöglichen.
 
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