Workshop V: Migrantenorganisationen im Sport als Normalfall zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation – eine aktuelle Studie


Inhaltliche und organisatorische Koordination: Humboldt-Universität zu Berlin, Abteilung Sportsoziologie und Sportjugend im Landessportbund Nordrhein-Westfalen

Zielstellung
In dem Workshop werden erstmals zentrale Thesen und Ergebnisse einer aktuellen empirischen Untersuchung über „Migrantenorganisationen mit sportbezogenen Handlungsfeldern“ vorgestellt und  diskutiert. Die Studie wurde von der Abteilung Sportsoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Sportjugend im Landessportbund Nordrhein-Westfalen gefördert. Ihr Ziel war es, Strukturen von Migrantenorganisationen, die sportbezogene Angebote machen, auf der Basis quantitativer und qualitativer Fallstudien in den Städten Köln, Gelsenkirchen und Leipzig zu untersuchen. Analysiert wurde also ein spezifischer Ausschnitt der zivilgesellschaftlichen Wirklichkeit in unterschiedlichen Sozialräumen Deutschlands. Dieser „zivilgesellschaftliche Zugang“ schafft nicht nur Voraussetzungen für begriffliche Präzisierungen von „Migrantenorganisationen“, insofern als von sozialwissenschaftlichen Konzepten über „Freiwilligenorganisationen“ als zivilgesellschaftlicher Infrastruktur in modernen Gesellschaften ausgegangen wird. Er eröffnet auch die Möglichkeit einer offeneren Annäherung an das Thema „Migrantenorganisationen im Sport“, da letztere als „Normalfall“ der Selbstorganisation von Individuen in einem demokratischen Gemeinwesen betrachtet werden. Den normativen Hintergrund bildet dabei die Gedankenfigur, dass eine autonome und plurale Zivilgesellschaft eine elementare Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit einer demokratischen Gesellschaft darstellt.

Format
Vor diesem konzeptionellen und gesellschaftspolitischen Hintergrund werden zentrale Thesen und Ergebnisse der Untersuchung über „Migrantenorganisationen mit sportbezogenen Handlungsfeldern“ in einem einführenden Vortrag präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Thesen und Ergebnisse der Studie werden anschließend unter einer gesellschafts- und sportpolitischen Perspektive von Vertreterinnen und Vertretern aus Staat, Politik und Zivilgesellschaft erörtert. In diesem Kontext wird auch dem Plenum Raum gegeben, Fragen an Podium und Referenten zu stellen..

Zielgruppe
Zielgruppen des Workshops sind Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenorganisationen, der öffentlichen Sportverwaltung, der Sportselbstverwaltung und der Sportpolitik.

Referenten, Podiumsbesetzung, Moderation:

  • Tayfun Keltek, Vorsitzender des Landesintegrationsrates NRW
  • Dr. Sascha Alexandra Luetkens-Hovemann, Projektleitung von SpoBIG, TU Chemnitz
  • Michael Rosenbach, Leiter der Gruppe Maßnahmen der Integrationsförderung, jüdische Zuwanderung, Migrationsberatung, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  • Rut Schwitalla, HU Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Sportsoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Martin Wonik, Landessportbund NRW
  • Moderation: Will Hocker, Landessportbund NRW und Daniel Illmer, Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes
  • Input: Prof. Dr. Sebastian Braun, Leiter der Abteilung Sportsoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Biografien

Referent: Prof. Dr. Sebastian Braun, Leiter der Abteilung Sportsoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

  • Universitätsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2009, Leiter der Abteilung Sportsoziologie im Institut für Sportwissenschaft und des Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement;
  • 2003-2009 Universitätsprofessor an der Universität Paderborn, 2000-2003 Stipendiat und Nachwuchsgruppenleiter im Emmy Noether-Programms der DFG, zuvor wissenschaftlicher Mitarbeiter u.a. im Deutschen Bundestag in der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“;
  • Habilitation an der Universität Potsdam (2004), Promotion an der FU Berlin und der Universität Nantes im Rahmen einer Convention de co-tutelle de thèse (1999); Diplom in Politikwissenschaft (FU Berlin), Diplôme d`Études Approfondies en Sciences Sociales (DEA, Universität Nantes), Magister Artium in Sport- und Erziehungswissenschaft (FU Berlin);
  • Mitglied in zahlreichen Beiräten, Gremien, Kuratorien und Kommissionen, u.a. Sachverständigenkommission für den ersten „Engagementbericht“ der Bundesregierung, wiss. Beirat des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Beirat Sportentwicklung des DOSB, Kuratorium Nationale Stadtentwicklungspolitik des BMVBS, Expertengremium „Deutschland rundet auf“;
  • Arbeitsschwerpunkte: bürgerschaftliches Engagement und Engagementpolitik, Nonprofit-Organisationen und Vereine, Integration und Migration, Sozialkapital und Partizipation, Corporate Citizenship bzw. bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen.

Mitdiskutanten

Tayfun Keltek, Vorsitzender des Landesintegrationsrates NRW

  • Vorsitzender des LandesIntegrationsrates Nordrhein-Westfalen
  • Tayfun Keltek, gebürtig in der Türkei, lebt seit 1972 in Köln und ist Diplom-Sportlehrer an einer Realschule.
  • Seit Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Nordrhein-Westfalen im Jahre 1996 (seit Juni 2010 umbenannt in Landesintegrationsrat) ist er deren Vorsitzender.
  • Der Landesintegrationsrat vertritt die Interessen der in ihm organisierten über 100 örtlichen Integrationsräte gegenüber Landtag und Landesregierung und arbeitet mit allen in der Integrationsarbeit engagierten Gruppen zusammen.
  • Seine persönlichen Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bildungs-, Medien und Sportpolitik. Sein besonderer Einsatz gilt dem Thema „Kommunales Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten“.
  • Er arbeitet in zahlreichen Gremien auf Landesebene mit, beispielhaft seien hier das Kuratorium der Stiftung Zentrum für Türkeiforschung und Integrationsforschung und der Landespräventionsrat genannt. Er vertritt die Interessen der Migrantinnen und Migranten im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks.

Dr. Sascha Alexandra Luetkens-Hovemann, Projektleitung von SpoBIG, TU Chemnitz

  • Dr. Sportwissenschaft, seit 2/2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin TU Chemnitz, (Projektleitung SpoBIG im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020), seit 2000 WMA DSHS Köln, Sportsoziologie
  • Freiberufliche Beratung und Trainerin, EQualNet Beratung SAL, zertifizierte GAV Deeskalations-Trainerin Gewalt und Rassismus
  • Leitung diverser Projekte der sportbezogenen Jugendsozialarbeit, u.a. EFRE-Projekt SpoBIG im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020, (TU Chemnitz), IntegrationMIT im Körbe für Köln e.V. (Preisträger BfDT 2011), Gewaltpräventive Sportarbeit Köln Mülheim (Preisträgerprojekt 2009 Köln Engageirt, 2010 BfDT), InterKultART – Interkulturelle Förderung und AntirassismusTainings im Sport (2011)
  • Mitglied in Beiräten und Arbeitskreisen, u.a. Steuerungsgruppe Integrationskonzept der Stadt Köln (seit 2008), AG Leitung Integration und Sport, Leitung Steuerungsgruppe Sport im Sozialraum in Köln (seit 2007), Steuerungsgruppe Sport in Metropolen (ab 2008), AG Leitung Sport im Gewaltpräventionskonzept der Stadt Köln (bis 2011), NRW Arbeitsgruppe Gewaltprävention im und durch Sport (bis 2011), AG Inklusive freizeitpädagogische Angebote in Köln (2012), Mitglied Steuerungsgruppe Sport Inklusiv (2012)
  • Arbeitsschwerpunkte in Wissenschaft und Praxis: intersystemische Netzwerkforschung, Integration durch Sport, Managing Diversity, Gewaltprävention durch Sport, Sportbezogene Jugendsozialarbeit

Michael Rosenbach, Leiter der Gruppe Maßnahmen der Integrationsförderung, jüdische Zuwanderung, Migrationsberatung, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

  • geboren 1961 in Lüdenscheid
  • Studium der Rechte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster,
    1992 zweites Juristische Staatsexamen
  • Seit 1993 tätig beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, zunächst als Referent
  • in den Jahren 1994 bis 2008 Referatsleiter in verschiedenen Bereichen, zuletzt Leiter des IT-Managements
  • Seit 2008 Gruppenleitung im Bereich Maßnahmen der Integrationsförderung, Jüdische Zuwanderung und Migrationsberatung

Rut Schwitalla, HU Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Sportsoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Sportsoziologie und am Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Humboldt Universität zu Berlin (seit 2009)
  • Mitarbeit im Forschungsprojekt „Migrantenorganisationen mit sportbezogenen Handlungsfeldern“
  • Mitarbeit in den Evaluationsprojekten „Evaluation des Projekts spin – sport interkulturell“, „Evaluation der Weiterbildungsmaßnahme Sport interkulturell des DOSB“
  • Forschungsschwerpunkte: Migration, Integration, Migrantenorganisationen und Sport, Partizipation und Interkulturelle Öffnung
  • Freiberufliche Interkulturelle Trainerin

Martin Wonik, Landessportbund NRW

  • Leiter des Stabes Politik und Grundsatzfragen des Landessportbundes NRW e.V.
  • Begleitet das Projekt „Integration durch Sport"/„Sport mit Aussiedlern“ seit 1990
  • Mit-Entwicklung des Projektes „SPIN-Sport interkulturell“ (seit 2007)
  • Leiter des Projektes „Sport mit Migrantinnen“ 1997-1999
 
Bundesamt für Migration
 
Sportbund
 
Heinz Nixdorf Stiftung
HU zu Berlin
Sportsoziologie
 
Landessportbund
 
BM Familie
 
Mercator Stiftung
       
 
© Abteilung Sportsoziologie | Impressum
Integration und Sport