Ziele

Am 31. Januar 2012 ist auf dem 5. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt der „Nationale Aktionsplan Integration“ vorgestellt worden, der gemeinsam von Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder, der Kommunen, der Wohlfahrtsverbände, von Wirtschaft und Gewerkschaften, der Wissenschaft, von Sport, Kultur, Medien, Religionsgemeinschaften und 30 Migrantenorganisationen entwickelt worden ist.  In den formulierten Zielen spielt auch der vereins- und verbandsorganisierte Sport mit seinen rund 91.000 Vereinen vor Ort eine maßgebliche Rolle: Ihm werden vielfach nicht nur bedeutsame Integrationsleistungen attestiert, sondern auch bislang unvollständig erschlossene Integrationspotenziale zugeschrieben. In diesem Sinne hat sich auch der vereins- und verbandsorganisierte Sport selbst verpflichtet, Integrationsprozesse durch das Medium Sport und Bewegung sukzessive voranzutreiben.

So wurden in den letzten Jahrzehnten und speziell in den letzten Jahren zahlreiche sportbezogene Integrationsmaßnahmen und -programme in die Wege geleitet, die sich explizit an Personen mit Migrationshintergrund richten. Zu nennen sind zum Beispiel das Programm „Integration durch Sport“ oder die Projekte „spin – sport interkulturell“ bzw. „Bewegung und Gesundheit - mehr Migrantinnen in den Sport“, die von den Sportverbänden und ‑bünden unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) koordiniert werden.

Umgesetzt werden aber auch Maßnahmen wie z.B. die Benennung von Integrationsbeauftragten in Sportverbänden und -vereinen, die Verabschiedung von Positionspapieren zu Fragen der Zuwanderung oder die Konzeption und Durchführung von interkulturellen Trainings im Rahmen des sportverbandlichen Qualifizierungssystems. Hinzu kommen fachwissenschaftliche Studien, die einerseits die Wirksamkeit der praxisbezogenen Interventionsmaßnahmen evaluieren und andererseits grundlegende Fragen zu den Integrationsleistungen des Sports z.B. mit Blick auf Migrantenorganisationen im Sport erforschen.

Sämtliche dieser praxisbezogenen Programme und fachwissenschaftlichen Forschungsprojekte basieren auf einer grundlegenden Prämisse: dass der Sport und der Sportverein nicht per se und quasi automatisch integrativ wirken, sondern es zur Entfaltung der Integrationspotenziale des Sports und der Vereine besonderer institutioneller Arrangements, Gelegenheitsstrukturen und Angebote bedarf. Die Frage, wie Prozesse der „Integration durch Sport“ konzipiert und ausgestaltet werden können, steht im Zentrum der Tagung. Unter dem Motto „Wissen – schafft – Teilhabe: Integration und Sport“ verbindet die Tagung fachwissenschaftliche Erkenntnisse aktueller Untersuchungen mit praxisbezogenen Erfahrungen zu vielfältigen Fragen der Integration durch Sport.

Damit verbinden sich sechs konkrete Zielstellungen der Veranstaltung: (1) die Diskussion und inhaltliche und fachwissenschaftliche Fundierung des Themas Integration und Sport, (2) die Identifizierung erfolgreicher Ansätze der Integrationsarbeit im Sport, (3) die strategische Weiterentwicklung des Handlungsfeldes, (4) die Konkretisierung und Ausdifferenzierung von Rollen und Schwerpunkten unterschiedlicher Akteure auf Seiten des Staates und der Zivilgesellschaft (Verbände, Vereine, Stiftungen etc.), (5) die Identifikation (neuer) Kooperationspartner (z.B. Migrantenorganisationen und Schulen im Kontext des offenen Ganztags) sowie (6) die Benennung von Praxis- und Forschungsbedarfen.

 
Bundesamt für Migration
 
Sportbund
 
Heinz Nixdorf Stiftung
HU zu Berlin
Sportsoziologie
 
Landessportbund
 
BM Familie
 
Mercator Stiftung
       
 
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